Mit der Eröffnung der Ausstellung „Leben mit Wissenschaft – Geschichte aus zwei Städten“ wurde im Oberen Foyer des Würzburger Rathauses ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza gefeiert. Die Ausstellung würdigt nicht nur die seit 60 Jahren bestehende Verbindung zwischen den beiden Städten, sondern eröffnet zugleich neue Perspektiven auf wissenschaftliche Zusammenarbeit und interkulturellen Austausch.
In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Joachim Spatz die besondere Bedeutung der langjährigen Verbindung: „Seit 1966 verbindet uns eine Freundschaft, die über Kontinente, Kulturen und den Äquator hinweg gewachsen ist.“ Die Partnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza zähle zu den ältesten und intensivsten internationalen Beziehungen der Stadt Würzburg und werde bis heute durch zahlreiche Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft mit Leben gefüllt.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Portraits von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Würzburg und Mwanza. Anders als klassische Wissenschaftsausstellungen richtet sich der Blick dabei nicht nur auf Forschungseinrichtungen, Laborarbeit oder akademische Erfolge. Stattdessen zeigen die Texte und Fotografien die Menschen hinter der Wissenschaft auch in ihrem Alltag und machen persönliche Lebenswelten sichtbar.
Die Ausstellung lädt die Besucherinnen und Besucher dazu ein, Wissenschaft aus einer ungewohnten Perspektive kennenzulernen. Thematische Beiträge gehen dabei Fragen nach, die globale Herausforderungen mit lokalen Erfahrungen verbinden – etwa nach den Auswirkungen von Solarenergie auf den Fischfang am Victoriasee oder nach den vielfältigen Verbindungen zwischen Würzburg und Tansania. Ergänzt wird die mehrsprachige Ausstellung durch digitale Hörproben, die zusätzliche Einblicke in die Lebensgeschichten der Porträtierten ermöglichen.
Besonderer Dank galt dem Team des Afrikakompetenz-Zentrums der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (ACCUW), das die Ausstellung konzipiert und umgesetzt hat. Spatz hob das langjährige Engagement der Projektverantwortlichen sowie ihren Einsatz für den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Austausch mit den afrikanischen Partnern der Universität hervor.
Bürgermeister Spatz würdigte insbesondere den Perspektivwechsel, den die Ausstellung ermögliche: „Dieser Perspektivwechsel ist ungemein wertvoll. Er vermenschlicht die Wissenschaft und macht die Partnerschaft für uns alle greifbar.“ Die Bilder zeigten Würzburg aus neuen Blickwinkeln und ließen zugleich das Leben in Mwanza näher erscheinen.
Die Ausstellung versteht sich zugleich als Zeichen für die Zukunft der Städtepartnerschaft. Dass sie maßgeblich von Studierenden und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gestaltet wurde, unterstreicht die Bedeutung der nächsten Generation für die Fortführung und Weiterentwicklung der Beziehungen zwischen Würzburg und Mwanza.
Die Texte und Fotografien im Oberen Foyer zeigen nicht nur unterschiedliche Lebensrealitäten, sondern auch die vielen Gemeinsamkeiten zweier Städte, die geografisch weit voneinander entfernt liegen. Sie machen deutlich, wie wichtig Neugier, Offenheit und gegenseitige Wertschätzung für ein lebendiges Miteinander über Ländergrenzen hinweg sind.
Prof. Dr. Thomas Baier, Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg, betonte, die Ausstellung sei Ergebnis interdisziplinärer Zusammenarbeit und hob hervor, wie wichtig ein offener Blick und der Kontakt zu unserem Nachbarkontinent sei. Wissenschaft sei als Suche nach Wahrheit zu verstehen und Erkenntnis zwar immer ein Verlust des Paradieses, aber ein Mensch ohne Erkenntnis nicht erstrebenswert.
Prof. Dr. Guido Fackler, Vorstandsmitglied des ACCUW, das afrikabezogene Forschung an der Uni Würzburg bündelt, dankte allen engagierten Studierenden, die sich und ihre Forschung porträtieren ließen und sich jeweils in Tandems aus Würzburg und Mwanza dazu austauschten.
Dr. Delphine Kessy von der St. Augustine University of Tanzania in Mwanza lud im auf Video eingespielten Gruß dazu ein, Mwanza und das Gunzert-Haus, ein historisches Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit, das heute als Kultur-, Informations- und Begegnungszentrum dient, zu besuchen. In das Gunzert-Haus wird diese Ausstellung im Anschluss reisen.
Alexander Kückes von Würzburg International, wies auf die zahlreichen weiteren Veranstaltungen zum 60-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft hin und dankte den Beteiligten herzlich für ihr Engagement.
Auch Dr. Sarah Schönbrodt-Stitt vom Earth Observation Research Cluster der Universität Würzburg fand lobende Worte, die Ausstellung mache Wissenschaft sichtbar und durch persönliche Wege erfahrbar. Der intensive Austausch in 2er-Gruppen förderte so manches Pendant auf dem anderen Kontinent zutage, so besteht zum Beispiel durchaus Ähnlichkeit zwischen dem Würzburger Brückenschoppen und dem Kilimandscharobier in Mwanza. Auf weitere Parallelen können sich die Ausstellungsgäste freuen.
Die Ausstellung ist vom 2. bis 30. Juni im Oberen Foyer des Würzburger Rathauses zu sehen. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Donnerstag von 8.00 – 18:00 Uhr und Freitag von 8:00 – 13:00 Uhr.
Das Obere Foyer ist barrierefrei erreichbar. Der Eintritt ist frei.
BU: Freuen sich über die gelungene Ausstellung (v.l.n.r.): Prof. Dr. Doris Fischer, Vizepräsidentin für Internationalisierung und Alumni an der Universität Würzburg, Prof. Dr. Thomas Baier, Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg, Bürgermeister Joachim Spatz, Dr. Sarah Schönbrodt-Stitt vom Earth Observation Research Cluster der Universität Würzburg, Prof. Dr. Guido Fackler, Vorstandsmitglied des ACCUW, Alexander Kückes, Würzburg International.
Foto: Petra Steinbach
