Der Begriff Resilienz hat seinen Ursprung im lateinischen Wort „resilire“ („abprallen“). Er beschreibt, dass Menschen widrigen Lebensumständen, Niederlagen, oder Krankheiten trotzen, sich erholen und sogar noch widerstandsfähiger werden können. Je ausgeprägter die eigene Resilienz ist, desto besser kann man mit Stress und schwierigen Situationen umgehen. „Wer gut mit Belastungen zurechtkommt, hat meist ein großes Potenzial an inneren und äußeren Schutzfaktoren“, sagt Alexander Pröbstle, Direktor von der AOK in Würzburg.
Innere und äußere Schutzfaktoren
Bestimmte Eigenschaften der Persönlichkeit wie etwa Hilfsbereitschaft, Humor, Lösungsorientierung und Kommunikationsbereitschaft zeichnen resiliente Menschen ebenso aus wie ihre Einstellung und innere Haltung. So können sie akzeptieren, dass Krisen zum Leben dazugehören. Um diese zu bewältigen, helfen ihnen ihre Lebenserfahrung und die Überzeugung, auch schwierige Aufgaben meistern zu können. Äußere Schutzfaktoren können vor allem positive Rollenvorbilder sowie feste und zuverlässige Bezugspersonen sein. Hilfreich sind auch – je nach Alter und Lebenssituation – ein stimulierendes Lern- oder Arbeitsumfeld und gute Perspektiven. „Gerade in der Arbeitswelt ist es wichtig sich nicht selbst unter Druck zu setzen, weil man alles hundertprozentig perfekt machen möchte und sich damit zusätzlich stresst“, so Alexander Pröbstle.
Widerstandskraft aufbauen
In der Forschung geht man davon aus, dass genetische Faktoren und konkrete Lebenserfahrungen, vor allem im Kindesalter, großen Einfluss darauf haben, wie es um die seelische Stabilität eines Menschen bestellt ist. Auch intakte soziale Netze wie Familie und Freunde können dabei helfen, eine resiliente Persönlichkeit zu entwickeln. Wer die aktuelle Situation realistisch einschätzen und akzeptieren kann, ist klar im Vorteil. Dazu gehört auch, zu entscheiden, was sich tatsächlich ändern lässt und bei welchen Gegebenheiten es sich zu kämpfen lohnt. Dabei hilft Herausforderungen als Chance zu sehen. „Viele Menschen sind gestresst, weil es ihnen schwerfällt, Grenzen zu setzen, öfter mal „Nein“ zu sagen und dann auch die Reaktion ihres Gegenübers auszuhalten“, sagt Alexander Pröbstle. Wer absolut perfekt sein und es allen Mitmenschen rechtmachen will, verstärkt mit dieser Einstellung noch den Druck. Auch Grübeln ist kontraproduktiv und verstellt oft den klaren Blick auf die aktuelle Situation. Stattdessen ist es wichtig, sich die eigenen Erfolge und Stärken gerade auch in schwierigen Lebenslagen bewusst zu machen und das zu betonen, was positiv, gelungen und erfreulich ist. Dabei kann ein Tagebuch nützlich sein, in dem man jeden Abend einträgt, was am Tag gut gelaufen und geglückt ist. Im Berufsalltag hat es sich bewährt, immer ein wenig innere Distanz zu wahren und nicht alles persönlich zu nehmen. „Wer sich angegriffen fühlt, kann sachlich nachfragen, wie eine Aussage gemeint war – möglicherweise gab es ein Missverständnis, das sich aufklären lässt“, rät Alexander Pröbstle.
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| Wer über eine ausgeprägte Resilienz verfügt, kann Stress und schwierige Situationen besser meistern. |
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