Würzburger Stadtrat konstituiert sich: Auf dem Weg zum Schwarzgurt-Rathaus

von Aytürk
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Mit einem Appell an demokratische Verantwortung, Zusammenarbeit und Gestaltungswillen ist heute der neu gewählte Stadtrat Würzburg zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen.

Oberbürgermeister Martin Heilig würdigte in seiner Ansprache das Engagement aller Gewählten, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sowie die aktive Rolle der Bürgerschaft. Demokratie, so betonte er, lebe vom Mitmachen, vom Einmischen und auch von kritischer Begleitung politischer Entscheidungen. Die Wahl sei daher keine Auszeichnung, sondern ein klarer Auftrag zum Handeln.

Die Stadt Würzburg sei eine lebenswerte, wirtschaftsstarke und kulturell vielfältige Kommune, die auf eine bewegte Geschichte zurückblickt und heute als bedeutender Wissenschafts- und Kulturstandort weit über die Region hinausstrahlt. Aus diesem Selbstverständnis leitete der Redner das zentrale Leitmotiv für die kommende Wahlperiode ab: den Mut, Zukunft aktiv zu gestalten.

In den kommenden Jahren liege aus seiner Sicht der Schwerpunkt auf einer leistungsfähigen und serviceorientierten Verwaltung, die er als „Schwarzgurt-Rathaus“ bezeichnet und die durch Effizienz, Verlässlichkeit und Bürgernähe überzeugen soll. Ebenso wurde die Bedeutung von Bildung als durchgehende Lebensaufgabe hervorgehoben – von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter. Investitionen in Schulen, moderne Lernorte und konkrete Projekte wie Schulneubauten sollen hier entscheidende Impulse setzen.

Mit Blick auf die Herausforderungen des Klimawandels kündigte der Oberbürgermeister an, die Stadtentwicklung konsequent an den Anforderungen steigender Temperaturen und veränderter Umweltbedingungen auszurichten. Dazu gehören Maßnahmen zur Begrünung, zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und zur nachhaltigen Energieversorgung. Auch die Mobilität der Zukunft spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs sollen Würzburg langfristig lebenswerter und klimafreundlicher machen.

Darüber hinaus betonte der Redner die Bedeutung Würzburgs als Innovations- und Wirtschaftsstandort. Ziel sei es, Fachkräfte zu gewinnen, Gründungen zu erleichtern und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter zu stärken. Ein zentrales soziales Thema bleibt die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, wie auch das Thema Sicherheit: „Krisenvorsorge, Schutz kritischer Infrastruktur, zivile Verteidigung sind leider keine abstrakten Debatten mehr, das sind Aufgaben, auf die die Städte vorbereitet sein müssen.“

Abschließend rief Heilig zu einer konstruktiven Zusammenarbeit im Stadtrat auf. Unterschiedliche Positionen seien Teil demokratischer Prozesse, entscheidend seien jedoch ein respektvoller Umgang, die Bereitschaft zum Dialog und die Fähigkeit zum Kompromiss. „Für mich ist Mut das Leitbild dieser Wahlperiode – der Mut, Entscheidungen zu treffen, Chancen zu ergreifen, Zukunft zu gestalten und sich als Stadt etwas zuzutrauen.

In den beiden darauffolgenden Wahlgängen wurden die beiden Stellvertreter Heiligs gewählt. Mit 32 von 50 abgegebenen Stimmen wurde Dr. Sandra Vorlová zur 2. Bürgermeisterin wiedergewählt. Sie ist damit zugleich hauptberuflich Umwelt- und Klimareferentin der Stadt Würzburg. Vorlová hat dieses Amt bereits vor einem dreiviertel Jahr als Nachfolgerin von Martin Heilig übernommen, als dieser zum OB gewählt worden war.

Zum 3. Bürgermeister der Stadt Würzburg wurde Joachim Spatz mit 29 von 50 Stimmen gewählt. Spatz ist bereits seit 30 Jahren Mitglied des Würzburger Stadtrats. Das Amt des 3. Bürgermeisters ist ehrenamtlich.

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